Offizieller FCI Standard Nr. 312 vom 20. Oktober 1988 (Übersetzung: Uwe H. Fischer)

Ursprungsland und Verwendung : der Nova Scotia Duck Tolling Retriever
wurde zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in Neu Schottland erzüchtet,
um Wasserwild anzulocken (oder zu ködern) und es zu apportieren.
Der Lockhund rennt, springt und spielt entlang des Strandes und kann dabei
von einer Entenschar uneingeschränkt beobachtet werden. Manchmal verschwindet er dabei aus der Sicht um schnell wieder zu erscheinen. Hierbei wird er von dem Jäger aus dessen Versteck unterstützt, der kleine Stöcke oder Bälle dem Hund zuwirft. Diese spielerische Aktion erweckt die Neugier der Enten, die in einiger Entfernung vor der Küste schwimmen, sie werden somit in die Reichweite der Flintengeschosse gelockt. Der Toller wird dann zum Apportieren der toten oder angeschossenen Vögel geschickt.

Allgemeines Erscheinungsbild :
der Toller ist ein mittelgrosser, kraftvoller, kompakter, harmonischer und gut bemuskelter Hund, Knochensubstanz mittel bis kräftig, mit einem hohen Mass von Flinkheit, Wachsamkeit und Entschlossenheit. Viele Toller zeigen einen etwas traurigen Ausdruck bis sie an die Arbeit gehen, sodann wechselt ihr Aussehen zu intensiver Konzentration und Erregung. Bei der Arbeit zeigen die Toller eine schnelle, hetzende Aktion, wobei der Kopf fast in einer Ebene mit der Rückenlinie und der sich ständig bewegenden und stark befederten Rute getragen wird.

Wesen : der Toller ist sehr intelligent, sehr gelehrig und hat grosse Ausdauer. Als starker und befähigter Schwimmer ist er ein talentierter und verlässlicher Apportierer zu Wasser und zu Land, jederzeit bereit schwungvoll zu agieren, sobald auch nur das geringste Anzeichen zur Notwendigkeit des Apportierens gegeben ist. Sein ausgeprägter Apportiersinn und sein Spieltrieb sind die unentbehrlichen Grundlagen für seine Lockfähigkeit.

Grösse / Gewicht: Idealgrösse für einen Rüden von mehr als 18 Monaten Alter: 48 bis 51 cm; für eine Hündin von mehr als 18 Monaten Alter: 45 bis 48 cm. 3 cm mehr oder weniger als das Idealmass ist statthaft. Das Gewicht sollte im Verhältnis zur Grösse und der Knochenstärke stehen - Anhaltsgewichte: 20 bis 23 kg für einen erwachsenen Rüden, 17 bis 20 kg für eine erwachsene Hündin.

Haarkleid und Farbe : der Toller wurde gezüchtet um aus eisigen Gewässern zu apportieren und muss ein wasserabweisendes doppeltes Haarkleid haben. Dieses ist mittellang und weich mit einer noch weicheren, dichten Unterwolle. Das Haarkleid darf eine leichte Wellung auf dem Rücken aufweisen, ist ansonsten jedoch glatt. Manchmal findet man beim Winterfell lange lockere Wellen im Kehlbereich. Die Befederungen an Kehle, hinter den Ohren und an den Hinterseiten von Ober- und Unterschenkel sind weich, die Vorderläufe sind mässig befedert. Die Farbe besteht aus verschiedenen Schattierungen von rot oder orange, wobei die Befederung und die Unterseite der Rute farblich heller ist. Gewöhnlich ist mindestens eine der folgenden weissen Farbmarkierungen vorhanden: Rutenspitze, Pfoten (jedoch nicht höher reichend als der Vordermittelfuss), Brust und eine Blesse. Ein Toller, der ansonsten von hoher Qualität ist, darf nicht allein wegen des Fehlens eines weissen Abzeichens geringer bewertet werden. Die Pigmentierung der Nase, der Lefzen und der Augenränder soll fleischfarben, Ton in Ton mit der Farbe des Haarkleids, oder schwarz sein.

Kopf: der Kopf ist gut gemeisselt und etwas keilförmig.

Schädel: der breite Schädel ist nur leicht gerundet, das Hinterhauptbein nicht hervortretend, ohne deutliche Backenbildung. Ein gutes Mass für einen durchschnittlichen Rüden ist 14 cm Abstand zwischen den Ohren, diese Breite verjüngt sich auf ca. 4 cm am Ende des Nasenbeins. Die Länge des Kopfes beträgt ca. 23 cm von der Nase bis zum Hinterhauptbein, auf jeden Fall muss der Kopf in richtiger Proportion zum Körper stehen. Mässiger Stop. Der Fang verjüngt sich in einer klaren Linie vom Stop zur Nase, wobei der Unterkiefer kräftig ist, jedoch nicht deutlich hervortritt. Die untere Linie des Fanges verläuft in einer nahezu geraden Linie von der Vorderkante der Lefze zur Hinterkante des Kieferknochens, wobei die Tiefe des Fanges in Höhe des Stops grösser ist als an der Nase. Das Haarkleid am Fang ist kurz und fein. Der Nasenschwamm verjüngt sich vom Nasenbeinknochen zur Spitze, mit gut geöffneten Nasenlöchern. Die Nasenfarbe sollte im Einklang mit der Farbe des Haarkleids oder schwarz sein.

Maul: Lefzen gut dicht anliegend, im Profil mit einer leichten Kurve, jedoch ohne schwere Belefzung. Der korrekte Biss ist der schliessende Scherenbiss, wobei ein komplettes Gebiss vorgeschrieben ist. Die Kiefer sind kräftig genug um einen grösseren Vogel tragen zu können, die Weichheit des Mauls ist unentbehrlich.

Augen: die Augen sind gut voneinander entfernt eingesetzt, mandelförmig und von mittlerer Grösse. Die Augen sind bernsteinfarben oder braun. Der Ausdruck ist freundlich, aufmerksam und intelligent. Die Umrandung der Augen sollte der Farbe der Lefzen entsprechen.

Ohren: dreieckig, mittelgross, hoch und weit hinten am Schädel angesetzt, dabei am Ansatz sehr leicht angehoben, gut befedert am hinteren Teil der Faltung, kurzes Haar an den abgerundeten Spitzen.

Hals: stark bemuskelt und gut aufgesetzt, von mittlerer Länge, ohne die geringste Andeutung von loser Kehlhaut.

Vorhand: die Schultern sollten muskulös sein, das Schulterblatt schräg zurück und gut gelagert sein, damit verbunden ein ausgeprägter Widerrist, der in einen kurzen Rücken übergeht. Schulterblatt und Oberarm sind ungefähr gleich lang. Ellenbogen dicht am Körper anliegend, weder aus- noch eindrehend, sie bewegen sich frei und gleichmässig. Die Vorderläufe sehen wie zwei parallel stehende Pfeiler aus, gerade und starkknochig. Vordermittelfuss kräftig und etwas schräg stehend. Die mit kräftigen Schwimmhäuten versehenen Pfoten sind von mittlerer Grösse, geschlossen und rund, mit gut aufgeknöchelten Zehen und dicken Ballen. Die Wolfskrallen dürfen entfernt werden.

Gebäude: tiefer und gut gewölbter Brustkorb, das Brustbein reicht bis zu den Ellenbogen. Der Rücken ist kurz und gerade, die obere Linie eben, die Lendenpartie kräftig und muskulös. Der Rippenkorb ist gut gewölbt, weder fassförmig noch flach. Mässig aufgezogene Bauchlinie.

Hinterhand: muskulös, breit, gerade und parallel. Vor- und Hinterhandwinkelung ausgeglichen. Die Schenkel sind sehr muskulös, wobei Ober- und Unterschenkel etwa gleich lang sind. Kniegelenke gut gewinkelt, Sprungelenke tief stehend, sie drehen weder ein noch aus. Afterkrallen dürfen nicht vorhanden sein.

Rute: die Rute folgt in der Verlängerung der sehr leicht abfallenden Kruppe, sie ist breit am Ansatz, üppig und stark befedert, sie reicht mit dem letzten Schwanzwirbel mindestens bis zum Sprunggelenk. Die Rute darf unterhalb der Rückenlinie getragen werden, ausser für den Fall, dass die Aufmerksamkeit des Tollers erregt wird. Dann wird die Rute hoch und gekrümmt getragen, der Körper darf jedoch niemals berührt werden.

Bewegung: in der Bewegung vermittelt der Toller den Eindruck von Kraft, ist schwungvoll und unbeschwert. Er zeigt viel Vortritt und starken Schub. Die Pfoten sollten weder ein- noch ausdrehen. Die Läufe bewegen sich in einer geraden Linie. Wenn die Schrittfolge schneller wird, sollte der Toller schnüren (pfoteneng auf einer Linie laufen), die Rückenlinie bleibt dabei eben.

Fehler: (Die Bewertung sollte genau im Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen.)

  • Rückbiss.
  • Rute zu kurz, Rute geknickt oder über den Rücken gerollt mit Berührung des Rückens.
  • Fehlende Substanz bei einem ausgewachsenen Toller.
  • Divergierende oder konvergierende Kopflinien (Dish- or Down-Face).
  • Abrupter Stop.
  • Grosse, runde Augen.
  • Nase, Augenränder und Augen nicht in vorgeschriebener Farbe.
  • Deutlich rosa Nase (fehlendes Pigment).
  • Gespreizte oder dünne Pfoten, durchgetretener Vordermittelfuss.
  • Offenes Haarkleid.
  • Gekrümmter oder Senkrücken.
  • Schlaffe Lendenpartie.
  • Rute in der Bewegung unterhalb der Rückenlinie getragen.

    Disqualifizierende Fehler:
  • Weiss an den Schultern, um die Ohren, auf der Rückseite des Halses, über dem Rücken oder an den Flanken.
  • Silbernes Haarkleid, grauer Anflug im Haarkleid
  • Schwarze Stellen im Haarkleid.
  • Unzureichende Schwimmhäute zwischen den Zehen.
  • Vorbiss, Kreuzbiss.
  • Rückbiss grösser als 3 mm.
  • Wechselnase.
  • Jede andere Farbe als die Schattierungen von rot oder orange.
  • Bei erwachsenen Hunden jegliches Anzeichen von Scheuheit.

Anmerkung.Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.



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